Preacherslam: Interview mit Hussein
Der Fachrat Islamische Studien e.V. (FIS) ist ein Zusammenschluss muslimischer AkademikerInnen aus den Disziplinen der islamischen Theologie, der Erziehungs-, Religions- und Islamwissenschaft. Seit 2014 engagieren wir uns öffentlich als unabhängiger Verein in Hamburg und darüber hinaus in Angelegenheiten der islamischen Lehre.
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Preacherslam: Interview mit Hussein

Nach dem 3. Hamburger Preacherslam haben wir ein Interview mit Hussein geführt. Er hat dieses Jahr den dritten Platz belegt. Im Gespräch erzählt er uns, was ihm Schreiben bedeutet und wie er den Slam erlebt hat.

Salam alaikum, Bruder Hussein! Schön, dass Du Zeit gefunden hast für unser Interview. Stell Dich doch bitte kurz vor.

Ich heiße Hussein Mazloum, bin 24 Jahre alt und studiere Lehramt für Sonderpädagogik im Master.

Was sind Deine Interessen?

Ich lese gerne Bücher über die islamische Mystik, insbesondere von Maulana Rumi und Attar. Ich gehe auch sehr gerne in der Natur spazieren.

Was bedeuten für Dich Glaube und Verantwortung?

Der Glaube ist essenziell, elementar. Wenn jemand an Gott glaubt, dann trägt er die Verantwortung für die ganze Schöpfung. Glaube ist der Antrieb für die Verantwortung. Der Glaube an Gott bedingt gegenüber der Schöpfung, Verantwortung zu übernehmen. Es gibt keinen Glauben ohne Verantwortung.

Nun kommen wir zum Schreiben. Ich kann mich erinnern, dass Du vor vier, fünf Jahren an einem Schreib-Workshop teilgenommen hast. Damals hast Du erzählt, dass Du gerne schreiben würdest. Was bedeutet Dir das?

Auf der Welt passieren viele Ungerechtigkeiten, Kriege, der Umgang mit der Umwelt… All diese Dinge nimmt die Seele auf, bewusst oder unbewusst. Das Schreiben ist für mich eine Möglichkeit, auf diese Dinge aufmerksam zu machen, Menschen aufzuklären. Ich hoffe, dass ich dadurch – mit Worten – etwas verändern kann.

Wenn ich aber Gedichte schreibe, dann über Gott und die Liebe. Diese Gedichte sind für mich. Die Seele braucht Liebe und sie strebt nach Schönheit. Gedichte sind Schönheit. In der islamischen Tradition waren große Gelehrte, wie z.B. Ibn Sina, musikalisch. Er schrieb ebenfalls Gedichte. Damals waren Wissenschaft, Musik, Dichtung und Religion alle miteinander verbunden. Es war alles mit dem Heiligen, also mit Gott, verbunden, da das Göttliche das Zentrum bildete. Ibn Sina etwa war Gott zugewandt, es war eine ganzheitliche Sache.

Hast Du zum ersten Mal an einem Slam-Wettbewerb teilgenommen?

Ja. Ich stand zwar öfter auf der Bühne in Veranstaltungen und habe meine Gedichte und Texte vorgetragen, aber ich nahm das erste Mal an einem Wettbewerb teil.

Wie hast Du den 3. Interreligiösen Preacher Slam Hamburg erlebt?

Ich fand den Slam ausgezeichnet, sehr schön. Die muslimische Slammerin hat von den Namen Gottes gesprochen, die christlichen Slammer*innen sprachen über ihren Glauben. Das war ein schönes Erlebnis und eine schöne Atmosphäre. Das soll weitergeführt werden und noch interreligiöser aufgestellt werden, denn in Hamburg gibt es weitere Religionsgemeinschaften.

Vielen Dank für das Interview und für Deine Zeit! Ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft.

Das Interview führte Nedra Ouarghi.