Preacherslam: Interview mit Yasmin
Der Fachrat Islamische Studien e.V. (FIS) ist ein Zusammenschluss muslimischer AkademikerInnen aus den Disziplinen der islamischen Theologie, der Erziehungs-, Religions- und Islamwissenschaft. Seit 2014 engagieren wir uns öffentlich als unabhängiger Verein in Hamburg und darüber hinaus in Angelegenheiten der islamischen Lehre.
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Preacherslam: Interview mit Yasmin

Yasmin hat dieses Jahr bei ihrer ersten Teilnahme den 3. Hamburger Preacherslam gewonnen. Im Interview berichtet sie darüber, was Glauben für sie persönlich und gesellschaftlich bedeutet. Außerdem erklärt sie, wie sie mit dem Schreiben begonnen hat und wie dieser Prozess bei ihr abläuft.

Du bist die Gewinnerin des diesjährigen Preacherslams, magst Du Dich bitte vorstellen?

Ich heiße Yasmin Kılıçlı. Ich bin 23 Jahre alt und studiere Soziale Arbeit an der HAW.

Was sind Deine Interessen? Was machst Du gerne in Deiner Freizeit?

Ich interessiere mich für viele Dinge. Ich lese ab und zu, ich puzzle gerne, gehe gerne in der Natur spazieren und spiele sehr gerne Fußball. Außerdem setzte ich mich in meiner Freizeit ehrenamtlich für interreligiöse Dialogprojekte ein.

Was bedeutet Dein Glaube für Dich allgemein und in Deinem Alltag?

Mein Glaube bedeutet sehr viel für mich. Der Glaube ist für mich nicht „nur“ der Glaube an Gott, sondern viel mehr – unter anderem der Glaube an mich selbst und an die Schöpfung. In meinem Fall ist es der Islam. Er lehrt mich, wie ich mich beispielsweise zu verhalten habe und gute Dinge zu tun. Das kann man auch richtig gut in Alltagssituationen umsetzen.

Und hat das Deiner Meinung nach auch Auswirkungen auf die Gesellschaft?

Ja, auf jeden Fall. Es gehört z.B. dazu, dass man Hilfsbereitschaft zeigt und dass man gute Eigenschaften hat. Für mich zählen auch Dinge dazu, wie vergeben zu können. Wenn mich jetzt jemand auf der Straße dumm anmachen würde, nicht auf dieselbe Art zu reagieren, sondern es einfach ignorieren oder auf nette Art und Weise sagen, dass er damit aufhören soll – solche Dinge.

Jetzt hast Du uns schon ein wenig über Dich, Deine Interessen und Deine Beziehung zu Religion erzählt. Seit wann schreibst Du eigentlich und was bedeutet es für Dich?

Um ehrlich zu sein, ich schreibe schon sehr lange. Aber es war nicht immer fließend. Ganz am Anfang, als ich 12 Jahre alt war, da habe ich manchmal Texte geschrieben. Da kam auch mal mein Bruder zu mir und sagte: „Yasmin schreib mir mal einen Text, dann kann ich den rappen“. Ich kann mich erinnern, dass ich mit 15 sehr oft Schlafprobleme hatte, weil ich zu viel nachgedacht habe. Meine Gedankengänge haben sich dann plötzlich gereimt. Da dachte ich mir, das muss ich aufschreiben. Dann bin ich immer aufgestanden und hab schnell meine Gedankengänge notiert. Dazu gehörten auch Geschichten, die mir spontan eingefallen sind.

Ja, dann kam die Schule und das alles ist ein bisschen flöten gegangen. Aber ich mache das immer noch. Bei mir fängt es immer an mit Gedanken, mit kleinen „Fetzen“. Ich nenne sie so, weil es immer so kleine Stückchen sind, die in meinem Kopf herumschwirren, die ich dann aufschreibe, sobald ich weiß „das ist gerade voll interessant“. Und daraus bildet sich dann ein schöner Text.

Es hilft mir auch, mich besser auszudrücken. Ich freue mich immer, wenn ich es durch meinen Text schaffe, andere zu erreichen und sie meine Gedankengänge nachvollziehen können. Das stärkt mein Selbstbewusstsein, weil ich weiß, dass ich nicht allein bin. Die Message ist angekommen.

War es das erste Mal, dass Du an so einem Wettbewerb teilgenommen hast?

Das war mein erstes Mal. Davor habe ich nur am Schreibworkshop teilgenommen letztes Jahr im Rahmen vom Preacherslam mit einem bekannten Poetry Slammer. Da habe ich auch Texte vorgetragen, aber es gab kein Publikum, sondern nur die anderen Teilnehmenden. Ansonsten stand ich in der Schulzeit auf der Theaterbühne. Da habe ich aber nichts Eigenes vorgetragen.

Wie hast Du den Preacherslam empfunden?

Ich fand‘s richtig cool. Es war toll, dass ich am Preacherslam teilnehmen konnte. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, weil ich noch nie in irgendetwas die Erste war. Ich war immer die Zweitplatzierte oder schlechter. Als ich den ersten Platz bekommen habe, dachte ich mir, „wow, cool!“. Ich bin in etwas die Beste, auch wenn es nur im kleinen Rahmen war. Das heißt ja, dass ich das, was ich mache, gut mache und das motiviert mich, weiterzumachen.

Herzlichen Dank für das Interview! Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast.

Das Interview führte Zişan Özer.

Yasmin Kılıçlıs Text in voller Länge kann hier gelesen werden:
Yasmin Kılıçlı – Preacherslam